Von Wiesensafaris und Asphaltophilie

Als loki heute früh erwachte, blickte er ob der Herrlichkeit des Lausitzwetters voller Optimismus und Zuversicht in diesen Rennsonntag. Er konnte zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht im Entferntesten ahnen, welche Überraschungen ihn erwartungsfroh in ihre unheilvolle Umarmung schließen würden. Aber gehen wir der Geschichte einfach chronologisch nach.
Im ersten Warmup des Tages, um 09:15 Uhr, war die Welt nicht schnell aber immerhin in Ordnung. In dem 15-minütigen Turn brachte unser Apriliapilot lediglich eine mittlere 1:58er Rundenzeit zustande. Natürlich war er damit alles andere als zufrieden aber es gibt Schlimmeres.
Kommen wir also zu Warmup #2. Hier verpasste loki den Einsatz und hatte somit effektiv lediglich 2 freie Runden. Selbstredend kam dabei keine neue Rekordrunde heraus. Nein, nicht einmal die Zeit aus dem ersten Turn war in Gefahr. In loki brodelte es. Hatte er sich doch soviel vorgenommen.
Es folgte Rennen #1 und es wurde unangenehmer. Schon der Start war zum vergessen. Loki hatte alle Hände voll zu tun die wheelende Betty im Zaum zu halten. Die erste Kurve war zügig erreicht. Leider hatte loki einen Startplatz ergattert, der ganz links auf der Start/Ziel-Gerade aufgepinselt ist. Er musste Kurve 1 also von innen anfahren. So hatte er es bisher noch nie versucht und jetzt wollten auch noch 19 Mitstreiter mit ihm gleichzeitig da durch. Es wurde folglich recht eng und ein Platz nach dem anderen ging flöten. Jetzt reichte es unserem Einzelkämpfer und er nahm das Messer zwischen die Zähne. In den folgenden Runden schraubte er seine Umlaufzeit immer weiter in Richtung Null. Er holte auf und sich Position um Position zurück. Besonders hatte es ihm die vermeintliche Unglückskurve angetan. Er nahm sie mit jeder neuen Runde schneller und somit in immer tieferer Schräglage. Im vorletzten Rennumlauf machte dann die linke Fußraste innige Bekanntschaft mit dem am leicht überhöhten Kurvenscheitel verbauten Fahrbahnbelag. Die Folge dieses kleinen Intermezzos für loki war eine Himmel-Erde-Himmel-Erde-Besichtigungstour mit anschließender Wiesenbegehung eingeleitet von einem recht ansehnlichen Slide.
Im Nachgang wurde nach der Kampfmittelbergung und einem kurzen Zwischenstopp im Medical Center bei strahlendem Sonnenschein geschraubt, ein Training ganz verpasst, das nächste Training zum Zwecke eines Bettytests und der erneuten Mensch-Maschine-Teambildung genutzt sowie Rennen 2 in Angriff genommen.
Dieses Rennen hielt für loki selbstverständlich auch eine Kleinigkeit parat. Mit einer kurzen Stummelraste, einem völlig verbogenen Kupplungshebel und einem krummen Lenkerende ringend, verbremste sich unser Pechvogel nach einem durchaus gelungenen Start und mit Anschluss an die vorderen Plätze am Ende der Gegengerade. Im Fahrerlager erzählte man sich, dass es auch an dieser Stelle eine wunderschöne Wiese zu sehen gäbe. Loki’s Erkundungstrip brachte eine nie dagewesene Rekordrunde von gut 3 Minuten in die Geschichtsbücher. Er war nun der Mann mit der roten Laterne. Dieses Souvenirs wurde er einige Kreisfahrten später zum Glück wieder los. Am Ende blieben nach diesem unglaublichen Motorsportwochenende ein zehnter Platz, eine bemitleidenswerte Betty und ein geknickter loki…

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